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Konformitäts­erklärung: Muster, Vorlage und Pflichtangaben

Mit der EU-Konformitätserklärung (früher EG-Konformitätserklärung) bestätigt der Hersteller vor dem Inverkehrbringen, dass seine Maschine alle anwendbaren Rechtsakte erfüllt. Ein amtliches Formular gibt es nicht: vorgeschrieben sind zehn Angaben, nicht das Layout. Die meisten Muster im Netz sind noch für die Maschinenrichtlinie 2006/42/EG gemacht, und die gilt nur für Maschinen, die bis zum 19. Januar 2027 in Verkehr gebracht werden.

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Eine EU-Konformitätserklärung ist kein Formular, das man ausfüllt, sondern das Ergebnis eines Verfahrens. Sie darf erst ausgestellt werden, wenn die Konformitätsbewertung abgeschlossen ist und die Erfüllung der anwendbaren grundlegenden Sicherheits- und Gesundheitsschutzanforderungen nachgewiesen wurde.

Art. 21Anhang V Teil AArt. 25Art. 21 Abs. 3

Die zehn Pflichtangaben

Nr.Angabe nach Anhang V Teil AWas oft fehlt
1Die Maschine oder das dazugehörige Produkt: Produkt, Typ, Modell, Charge oder Seriennummer — oder die wesentlich veränderte MaschineDer Fall der wesentlichen Veränderung ist ausdrücklich genannt (Art. 3 Nr. 16, Art. 18)
2Name und Anschrift des Herstellers und gegebenenfalls seines BevollmächtigtenEine einzige Anlaufstelle (Art. 10 Abs. 6)
3Bei Hebemaschinen, die fest in ein Gebäude eingebaut und nur am Verwendungsort zusammengebaut werden können: die Anschrift dieses OrtesSonderfall, in Mustern fast nie vorgesehen
4Die alleinige Verantwortung für die Ausstellung trägt der HerstellerMuss ausdrücklich dastehen
5Gegenstand der Erklärung, zwecks Rückverfolgbarkeit; falls zur Identifizierung nötig, mit FarbabbildungDie Abbildung ist zulässig, nicht vorgeschrieben
6Der Gegenstand erfüllt die folgenden Harmonisierungsrechtsvorschriften der UnionHier stehen alle anwendbaren Rechtsakte, nicht nur die Maschinenverordnung
7Referenzen der harmonisierten Normen oder gemeinsamen Spezifikationen, einschließlich des Datums der Veröffentlichung im Amtsblatt; bei teilweiser Anwendung die angewandten TeileDas Datum der Amtsblattveröffentlichung ist neu und wird fast immer vergessen
8Gegebenenfalls: die notifizierte Stelle mit Name und Nummer, die durchgeführte Prüfung und der Verweis auf die BescheinigungNur bei Modul B, C, G oder H
9Gegebenenfalls der Satz, dass die Maschine dem Verfahren auf Grundlage einer internen Fertigungskontrolle (Modul A) unterliegtBei Selbstverifizierung obligatorisch, oft nicht angegeben
10Weitere Angaben; dann „Unterzeichnet für und im Namen von“, Ort und Datum, Name, Funktion, UnterschriftOhne datierte Unterzeichnung durch eine benannte Person nicht gültig

Die Nummerierung der Erklärung selbst ist freiwillig: der Hersteller kann ihr auf freiwilliger Basis eine Nummer zuteilen.

Was sich am 20. Januar 2027 ändert

Es gibt keinen Übergangszeitraum. Eine Maschine, die am 19. Januar 2027 in Verkehr gebracht wird, unterliegt der Richtlinie 2006/42/EG; eine, die am 20. Januar in Verkehr gebracht wird, der Verordnung (EU) 2023/1230. Die Umstellung erfolgt tagesgenau.

Praktisch heißt das: Erklärungen, die ab diesem Tag ausgestellt werden, müssen auf die Verordnung verweisen, nicht mehr auf die Richtlinie. Zwei Details, die aus alten Vorlagen mitwandern und dann falsch sind: die Fundstellen der Normen brauchen nun auch das Datum der Veröffentlichung im Amtsblatt, und die Angabe eines Dokumentationsbevollmächtigten ist nicht mehr erforderlich.

Formular und Vordruck: was an alten Mustern ab 20. Januar 2027 falsch ist

Die Verordnung schreibt einen Aufbau vor, nicht ein Layout. Jeder Vordruck ist zulässig, solange die zehn Angaben des Anhangs V Teil A vorhanden sind. Deshalb ist die Frage nicht, welches Formular das richtige ist, sondern ob der verwendete Vordruck die Angaben in der aktuellen Fassung trägt.

StelleVordruck nach 2006/42/EGAb 20.01.2027
NormfundstellenNummer und Ausgabejahrzusätzlich das Datum der Veröffentlichung im Amtsblatt — Anhang V A Nr. 7
Dokumentationsbevollmächtigtermusste benannt werdenentfällt
Bezeichnung des RechtsaktsRichtlinie 2006/42/EGVerordnung (EU) 2023/1230

Dazu kommen zwei Angaben, die in fast keinem kursierenden Vordruck vorgesehen sind: die Möglichkeit, den Gegenstand mit einer Farbabbildung zu identifizieren (Nr. 5), und — bei Hebemaschinen, die fest in ein Gebäude eingebaut und nur am Verwendungsort zusammengebaut werden können — die Anschrift des Montageorts (Nr. 3).

Welche Fassung für welches Produkt

Maßgeblich ist der Tag des Inverkehrbringens, nicht der Tag der Konstruktion und nicht der Tag des Auftrags. Bis zum 19. Januar 2027 die Fassung nach 2006/42/EG, ab dem 20. Januar die Fassung nach (EU) 2023/1230. Einen Übergangszeitraum gibt es nicht.

Wer im ersten Quartal 2027 liefert, braucht also die neue Fassung — und die Konstruktion dafür läuft heute.

Wenn die Maschine vernetzt ist: zwei Verordnungen, eine Erklärung

Eine Maschine mit digitalen Elementen unterliegt ab 2027 zugleich der Cyberresilienz-Verordnung (EU) 2024/2847. Die eine ersetzt die andere nicht — der Hersteller muss die Anforderungen beider erfüllen. Für die Erklärung gilt dann eine Regel, die in beiden Verordnungen fast wortgleich steht:

Unterliegt das Produkt mehreren Rechtsakten der Union, die eine EU-Konformitätserklärung vorschreiben, so wird eine einzige Erklärung für alle diese Rechtsakte ausgestellt — mit den Angaben der betreffenden Rechtsakte einschließlich der Fundstellen ihrer Veröffentlichung.

Art. 21 Abs. 3 Verordnung (EU) 2023/1230 · Art. 28 Abs. 3 Verordnung (EU) 2024/2847

Nicht zwei Erklärungen nebeneinander, sondern eine mit zwei Rechtsakten darin. Die CE-Kennzeichnung zeigt dann an, dass das Produkt die Bestimmungen aller anwendbaren Vorschriften erfüllt.

Und für unvollständige Maschinen?

Dann ist es keine Konformitätserklärung, sondern eine EU-Einbauerklärung nach Anhang V Teil B. Sie bescheinigt nicht die Konformität der fertigen Maschine, sondern die Erfüllung der einschlägigen Anforderungen — und sie ist Bestandteil der Montageanleitung.

Häufige Fehler in Mustern: was als formale Nichtkonformität gilt

Art. 46 der Maschinenverordnung zählt auf, was als formale Nichtkonformität gilt. Vier der sieben Punkte betreffen die Erklärung und die Unterlagen.

Stellt ein Mitgliedstaat einen dieser Punkte fest, verlangt er vom Wirtschaftsakteur, den Zustand zu beenden. Bleibt die Nichtkonformität bestehen, kann die Bereitstellung beschränkt oder untersagt und das Produkt zurückgerufen werden.

FeststellungGrundlage
Die CE-Kennzeichnung wurde unter Verletzung der Regeln angebrachtArt. 46 Abs. 1 Buchst. a
Die CE-Kennzeichnung wurde nicht angebrachtArt. 46 Abs. 1 Buchst. b
Die Kennnummer der notifizierten Stelle fehlt oder ist falsch angebrachtArt. 46 Abs. 1 Buchst. c
Die Erklärung wurde nicht oder nicht korrekt ausgestelltArt. 46 Abs. 1 Buchst. d
Die technischen Unterlagen sind nicht verfügbar oder unvollständigArt. 46 Abs. 1 Buchst. e
Die Kontaktangaben fehlen, sind falsch oder unvollständigArt. 46 Abs. 1 Buchst. f
Weitere Verwaltungsvorschriften der Art. 10 oder 13 sind nicht erfülltArt. 46 Abs. 1 Buchst. g

Sechs Fehler, die daraus folgen

  • Normen ohne Ausgabejahr. Nummer allein genügt nicht; seit der Verordnung kommt das Datum der Veröffentlichung im Amtsblatt hinzu.
  • Teilweise angewandte Normen nicht gekennzeichnet. Wurde eine Norm nur in Teilen angewandt, sind diese Teile anzugeben.
  • Der Satz zur alleinigen Verantwortung fehlt. Er muss ausdrücklich in der Erklärung stehen.
  • Keine Modellzuordnung. Aus der Erklärung muss hervorgehen, für welches Modell sie ausgestellt ist.
  • Nicht aktualisiert. Ändern sich angewandte Vorschriften oder Normen, oder das Produkt wesentlich, ist die Erklärung anzupassen.
  • Zwei Erklärungen statt einer. Gelten mehrere Rechtsakte, ist genau eine auszustellen.

Häufige Fragen zum Muster

Gibt es ein amtliches Formular?

Nein. Anhang V Teil A schreibt die Angaben vor, nicht das Layout. Jeder Vordruck ist zulässig, solange die zehn Angaben in der aktuellen Fassung enthalten sind. Was an alten Vordrucken nicht mehr passt, steht oben unter Formular und Vordruck.

Kann ich meine Vorlage nach 2006/42/EG weiterverwenden?

Für Maschinen, die bis zum 19. Januar 2027 in Verkehr gebracht werden, ja. Danach muss sie auf die Verordnung umgestellt werden; bei einer sauberen Vorlage sind das sechs Punkte, keine Neufassung. Der Delta-Check zeigt, welche davon Ihre Vorlage betreffen.

Brauche ich eine zweite Erklärung, wenn auch der CRA gilt?

Nein. Gelten mehrere Rechtsakte, die eine EU-Konformitätserklärung vorschreiben, wird eine einzige Erklärung für alle ausgestellt (Art. 21 Abs. 3 Verordnung (EU) 2023/1230, Art. 28 Abs. 3 Verordnung (EU) 2024/2847). Wie das aussieht, zeigt das Beispiel mit CRA.

Gibt es ein ausgefülltes Beispiel?

Ja: das Konformitätserklärung Beispiel zeigt eine fiktive Maschine Feld für Feld, dazu eine vernetzte Maschine mit CRA.

EG- oder EU-Konformitätserklärung?

„EG-Konformitätserklärung“ ist die Bezeichnung nach der Richtlinie 2006/42/EG, für Maschinen, die bis zum 19. Januar 2027 in Verkehr gebracht werden. Ab dem 20. Januar 2027 stellen Sie die EU-Konformitätserklärung nach Anhang V Teil A der Verordnung (EU) 2023/1230 aus.

Muss die Erklärung nummeriert sein?

Nein. Der Hersteller kann ihr auf freiwilliger Basis eine Nummer zuteilen.

In welcher Sprache?

In den Sprachen, die der Mitgliedstaat verlangt, in dem die Maschine in Verkehr gebracht oder in Betrieb genommen wird (Art. 21 Abs. 4). Die Erklärung ist außerdem fortlaufend zu aktualisieren (Art. 21 Abs. 2).

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Quellen. Artikelverweise aus den im Amtsblatt veröffentlichten Fassungen: Verordnung (EU) 2023/1230, ABl. L 165 vom 29.6.2023; Verordnung (EU) 2024/2847, ABl. L, 2024/2847 vom 20.11.2024.

Die Angaben zu den Anhängen sind gegen die im Amtsblatt veröffentlichten Fassungen geprüft (ABl. L 165 vom 29.6.2023, S. 1 ff., und ABl. L, 2024/2847 vom 20.11.2024). Sie sind sinngemäß wiedergegeben und gekürzt; maßgeblich bleibt der amtliche Wortlaut. Die Angaben zu Anhang I, II, V und VII der Cyberresilienz-Verordnung folgen dem veröffentlichten Verordnungstext.

normakte ist eine Schreib- und Rechenhilfe und ersetzt weder die Konformitätsbewertung noch eine notifizierte Stelle noch eine Rechtsberatung.